Offener Brief an die Energiemarktkommission

Haushalte in Liechtenstein, die eine Photovoltaikanlage besitzten werden zur Zeit wegen dem Ausbau der intelligenten Stromzähler, sogenannter Smartmeter, angeschrieben. Die verwendete Technologie (PLC – Power Line Communication) ist eine potenzielle Gesundheitsgefahr, ein Sicherheitsrisiko, kostet unnötig Geld und verursacht zudem noch schädlichen Streustrom.

Die intelligenten Stromzähler sind die Vorstufe zum intelligenten Stromnetz, dem Smart Grid. Das in Liechtenstein verbaute Gerät Smart Meter Typ 450 von Landys+Gyr ist dabei nur eine Kompromisslösung und wird zwangsweise auf Kosten der liechtensteiner BürgerInnen ersetzt werden müssen.

Welche Langzeitwirkungen diese Bestrahlung hat, steht noch aus. Es kann zumindest jetzt schon gesagt werden, dass die Anzahl von Menschen (gem. WHO IDC-10 Code Z58 bzw. Z58.4), die darauf gesundheitlich mit Beschwerden reagieren auf 10% angewachsen ist und stetig steigt.

Möchte man sich als BürgerIn vor den unnötigen Strahlenfeldern im eigenen Heim schützen, muss man einen Filter von den LKW einbauen lassen, was ca. 1400.- CHF kostet. Wir fordern, dass die Kosten für den Einbau eines Filters zum Schutz vor PLC – Signalen von den LKW, getragen werden und nicht auf den Endkunden abgewälzt werden.

5108 Menschen haben an der Volksabstimmung für die Senkung der Strahlenwerte gestimmt und die Regierung hat versprochen, auch diesen Menschen eine Stimme zu geben.

Dabei stützen wir uns unter anderem auf eine der Forderungen von 194 WissenschafterInnen aus 39 Ländern an die WHO und die UN: „Gemeinsam fordern wir auch, dass die Einrichtungen, die für Erzeugung, Weiterleitung, Verteilung und Überwachung der Elektrizität verantwortlich sind, angemessene Stromqualität bereithalten und ordnungsgemäße elektrische Leitungsnetze bereitstellen, um schädlichen Streustrom möglichst gering zu halten;“

Zusätzlich hat der VGM den unabhängigen Experten Markus Durrer vom Institut für Bauhygiene hinzugezogen und das Fazit seiner Analyse und Messungen lautet wie folgt:

„(…) Den Einfluss von elektrischen und magnetischen, niederfrequenten Feldern, wie auch hochfrequente elektromagnetische Strahlung im Niederigstdosisbereich auf Menschen, insbesondere Menschen die hypersensibel auf solche Umweltbedingungen reagieren und Menschen mit sonstigem besonderem Schutzbedarf, kennen wir nicht.(…)

Fest steht einzig, dass im Zusammenhang mit technisch erzeugten elektromagnetischen Wellen Effekte auftreten, für die wir kein Wirkmodell haben, wie diese die Behaglichkeit und das Wohlbefinden von Menschen beeinflussen oder ob diese gar als gesundheitsrelevant einzustufen sind. Vieles deutet darauf hin, dass die Modulation der Amplitude solche Effekte mitbestimmen.

(…)Zum Schutz des Menschen gilt nicht nur die Grenzwerte einzuhalten, sondern auch dem im Umweltschutzgesetz enthaltenen allgemeinen Grundsatz (Art. 14) für Emittenten zu folgen: „Unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist.“ Diesem Grundsatz wurde bei der Evaluierung der Kommunikationstechnologie für die Smart-Meters nicht Folge geleistet.

Ob das heute in Liechtenstein flächendeckend installierte System wirklich zu einer signifikanten Verbesserung der Energieeffizienz beiträgt ist wohl nicht nachgewiesen. (…)

Was rechtfertigt trotz ökologisch besseren Alternativen den Entscheid für diese Technologien zur Datenübertragung,welche eine Verschlechterung der Netzqualität und eine höhere Auslastung des Mobilfunknetzes (auch Zunahme der nichtionisierenden Strahlung beim Mobilfunk) zur Folge haben?“

Wir erwarten eine schriftliche und öffentliche Stellungnahme der Energiemarktkommission, sowie den Entscheid, ob die Kosten für den Einbau eines Filters zum Schutz vor PLC-Signalen von den LKW getragen werden müssen.

VGM, Verein für gesundheitsverträglichen Mobilfunk

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