Mobilfunk ohne elektromagnetische Strahlung

Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI rüstet am 20.Mai 2015 einen vorhandenen Konferenzraum auf der Insel Mainau mit Visible Light Communication (VLC) Technologie aus, um damit eine optische WLAN-Umgebung zu realisieren. Dadurch kann die vorhandene funkbasierte WLAN-Lösung mit Licht ersetzt werden. Die Aufrüstung soll in mehreren Aufbauschritten erfolgen und Erkenntnisse für praxisorientierte Parameteroptimierung ermöglichen. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

VLCAbgebildete Personen v.l.n.r.: Günter Dolak (BodenseeMobilfunk), Dr. Thomas Weimer (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Stuttgart), Dr. Andrea Leute (BodenseeMobilfunk), Dr. Anja Schmolke (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Stuttgart), Heinrich Straub (Mainau GmbH), Dr. Anagnostis Paraskevopoulos (Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI), Dr. Stefan Zbornik (BodenseeMobilfunk), Bettina Gräfin Bernadotte (Mainau GmbH), Prof. Dr. Wolfgang Skupin (Hochschule Konstanz).

 

Die Initiative BodenseeMobilfunk setzt sich für Strahlungsminimierung ein und hat die Idee für das Projekt auf der Insel Mainau gegeben. Das Projekt ist bedeutend, denn es soll demonstrieren, dass die Alternative – optische statt funkbasierte Datenübertragung – nicht nur als Forschungsidee existiert, sondern auch in realen Umgebungen funktionieren kann. Auch der im Jahr 2007 gegründete BodenseeMobilfunk, dem u.a. die Ärzteinitiative Mobilfunk Allgäu-Bodensee-Oberschwaben angehört, beteiligt sich an dem Projekt. „Die rasant zunehmende Strahlenbelastung, verbunden mit der Notwendigkeit der Gesundheitsvorsorge, erfordert dringend ein Umdenken hinsichtlich der mobilen Kommunikationsversorgung. Uns ist es deshalb ein Anliegen, innovative Konzepte und Lösungsvorschläge für die Strahlungsminimierung zu fördern und zu entwickeln“, so Dr. Andrea Leute. Dr. Stefan Zbornik, Mitinitiator des BodenseeMobilfunk ergänzt: „Wir sind stolz darauf, dass es uns mit den Projektpartnern gelungen ist, erstmalig in Europa ein derartiges Pilotprojekt in einem anwendungsorientierten Kontext zu initiieren.“ Gerade in dieser Phase ist es ratsam die Balance zwischen Offenheit gegenüber neuen Ansätzen und einer kritischen Betrachtung zu halten. Potentielle Risiken, dass zum Beispiel Licht-Smog das Gehirn über den Sehnerv beeinflusst, konnten gleich wichtig erforscht werden, wie die technische Entwicklung.

Die VLC-Technologie
Die Nachfrage nach drahtlosen Kommunikationsnetzen innerhalb von Gebäuden wird in den
kommenden Jahren weiter zunehmen. Die optische Freistrahlkommunikation bietet eine
Alternative, indem sie LED-basierte Beleuchtungsquellen zur Datenübertragung benutzt,
wodurch eine erhebliche Ausweitung der Kapazität drahtloser Netze erreicht und auch die
von den Anwendern immer mehr erwünschte Mobilität beibehalten werden kann. Die
optische Datenübertragung vermeidet jede elektromagnetische Interferenz mit Funknetzen
und ist per Definition funkfrei.
Dabei sind mit herkömmlichen LEDs Datenraten von einem Gigabit pro Sekunde und mehr
möglich und damit die problemlose Übertragung von Videodaten in HD- und 4K-Qualität. Mit
nur wenigen Zusatzbauteilen wird die handelsübliche LED-Leuchte zum leistungsstarken
Sender eines optischen WLAN. Ein spezieller Modulator schaltet die Leuchtdioden in
schnellem Rhythmus ein und aus – so werden die digitalen Informationen übermittelt. Der VGM begrüsst praktisch orientierte Ansätze sowie das Aufzeigen von Alternativen und möchte sich hiermit herzlich beim BodenseeMobilfunk und allen Beteiligten für die Initiative bedanken.

VGM – www.telefonie.li

 

Quelle: Presseinformation VLC-Projekt Mainau

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