Aus Schaden wird man klug?

100 Jahre Elektrosmog

Mittlerweile haben wir uns doch einigermassen daran gewöhnt, dass uns weder die Politik noch die Finanz und auch nicht die Industrie wirklich reinen Wein einschenkt. Wir denken, dass die kleinen Propagandalügen in Werbung und Wahlkampf wohl so schlimm gar nicht seien und vergessen gerne, dass manchmal das Verschweigen eines Teils der Wahrheit die ganze Lüge sein kann. Und wir dürfen auch nicht annehmen, dass dieser weit verbreitete Denkfehler ungenützt bliebe – denn das wäre bereits der nächste. Im Regelfall ist es ja auch völlig ausreichend einige Auslassungen vorzunehmen und nach dem altbekannten „need to know principle“ zu verfahren. Wie erfolgreich das Ganze zur Anwendung kommt illustriert einer der wohl ältesten Geheimdienstwitze.

Frage: „Was ist der Unterschied zwischen einer Verschwörungstheorie und einem Jahrhundertverbrechen?“ – Antwort: „Meist weniger als 20 Jahre!“

Diese satirische Herangehensweise beinhaltet sogar noch den Vorsatz, wenngleich dieser gar nicht notwendig ist. Wie oft in der Geschichte (auch nur der vergangenen 100 Jahre) wurden wissenschaftliche „Durchbrüche“ auf den Markt gebracht, die dann plötzlich mit unerwarteten Nebeneffekten aufwarten konnten? Zum Teil war es noch möglich diese zu verschleiern und kleinzureden, wie etwa bei den unzähligen Versuchsreihen die an Soldaten und Gefangenen sowie auch an Heiminsassen durchgeführt wurden. Manchmal hingegen ging es so weit, dass die damaligen Begriffe bis heute Bestürzung auslösen, obschon die Produkte bereits vor Jahrzehnten aus dem Handel genommen wurden, wie z.B.: Contergan.

Warnende Rufer und Mahner zur Vorsicht gab es zu jeder Zeit, sie wurden aber praktisch immer im allgemeinen Euphorietaumel, ob der Errungenschaften der „neuen Zeit“, geflissentlich überhört. Als vor einhundert Jahren die Funktechnologie noch in den Kinderschuhen steckte wurde bereits in Printmedien (1) davor gewarnt, dass drahtlose Übertragung geisteskrank mache und alle in zahnlose Glatzköpfe verwandeln würde. Ganz so schlimm kam es bekannterweise nicht, aber die gesundheitlichen Probleme des Personals von Radarstationen wurden sehr bald zu einem adäquat budgetierten Forschungsbereich der Militärs. Heute zählen Schirmungstechnologien für verschiedenste Anwendungsbereiche zum kleinen Einmaleins der Materialentwicklung und Prozesstechnik, während im „Volksblatt“ kürzlich die Telekom-Riesen für eine Erhöhung der Grenzwerte plädieren durften.

Wie wäre es denn, wenn alle verfügbaren Daten (akkurat oder auch nicht) gesammelt dem betroffenen Volk frei zur Verfügung stünden? Abgesehen von bewussterem privaten Umgang mit Funktechnologie könnten vormals technokratische Entscheidungen endlich demokratischen Prinzipien unterworfen werden. Im Tunnelblick der rein wirtschaftlichen Primärinteressen lässt sich erfahrungsgemäss eine Verschwörungstheorie nicht von einer echten Gefahr unterscheiden – wie damals bei Asbest oder Contergan. Aus Schaden wird man klug, weiss schon der Volksmund zu berichten. Ist der real eingetretene Schaden aber wirklich der einzig legitime Lehrmeister?

Viel gesünder wäre es doch, die Bevölkerung in eine umfassende Datensammlung einzubinden, um sich abzeichnende Gefahren auch frühzeitig erkennen und bannen zu können. Denn auch aus Wissen wird man klug.

In diesem Sinne

Ihr VGM

(1) http://www.izgmf.de/Aktionen/Meldungen/Archiv_11/100_jahre_elektrosmog/Zeitung_rose_c_1.jpg

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