Erst die Gesundheit, dann der Profit!

Die Telekommunikationsindustrie und ganz vorne weg der Mobilfunk dürften wohl zu den zahlungskräftigsten Werbekunden zählen – in einer Liga mit der Finanz- und Versicherungsbranche oder der Pharmaindustrie. Daher wissen wir immer bestens Bescheid über die neuesten Geräte oder Apps und natürlich über das damit einhergehende gesellschaftliche Ansehen. Diese wirksamen Wiederholungen lässt man sich Milliarden kosten – auf welche die Medienwelt schlicht angewiesen ist. Das Vergrämen solcher Kundenkreise durch kritische Berichterstattung kommt wirtschaftlichem Selbstmord gleich.

Und was sehen wir dazu in der Politik? Bevor noch alle Fragen zu Nutzen und Risiken auf dem Tisch liegen (von sorgsamer Abwägung ganz zu schweigen), läuft üblicherweise schon das milliardenschwere Roulette um die Frequenznutzung. Die zuständigen Regierungsmitglieder vieler Länder verwenden derartige Verhandlungen rotzfrech als Karrieresprungbrett und brüsten sich mit ihrer „Leistung für Land und Volk“ die Staatskasse einmalig geflutet zu haben.

Ein Pyrrhussieg, wenn spätere Erkenntnisse gesundheitliche, soziale und psychologische Gefahren aufzeigen, die bei Markteinführung nicht bedacht wurden. Dann bestünde plötzlich öffentliches Interesse, die einstmals als richtig kommunizierte Entscheidung zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verantworten.
Und so kommt es, dass die Wochenmagazine mit ganz- und doppelseitigen Einschaltungen der Mobilfunk-Branche zugepflastert werden und redaktionelle Beiträge über die wirtschaftlichen Vorteile der totalen Vernetzung publizieren.
Zu wenig Platz finden hingegen neu entdeckte medizinische Risiken und Studien zu den gesellschaftlichen Auswirkungen einer Kultur der permanenten Kommunikation ohne Zeit zur Reflexion.
Wenig verwunderlich, wenn die Titelseiten der Lokalzeitung bei Bedarf für den neuen Fussball-Sponsordeal mit mobileX & Co. reserviert sind – und die Initiativen zu Gesundheitsrisiken durch gepulste Hochfrequenzstrahlung bestenfalls im Lokalteil versteckt werden. Eine Thematik, welche niemals zur Oberfläche des öffentlichen Bewusstseins durchdringt, kann weder „begriffen“ noch bearbeitet werden und bleibt somit ein Machtinstrument in der Hinterhand der wissenden Wenigen.
Ob das Problembewusstsein der Allgemeinheit aufrecht gehalten wird oder unter das Wahrnehmungsradar fällt, ist hier offenbar wirtschaftlichen Trieben unterworfen. Werden so nicht die Grundprinzipien demokratischer Mitgestaltung gleichzeitig mit der vorgeblichen Unabhängigkeit der Medien sprichwörtlich ausverkauft?
Wir vom Verein für gesundheitsverträglichen Mobilfunk sind der Ansicht, dass alle verfügbaren Informationen dem mündigen Bürger zustehen, um – dem roten Faden seines eigenen Wissens und Gewissens folgend – die einzelnen Punkte zu einem schlüssigen Gesamtbild verbinden zu können.
Es ist unser erklärtes Ziel, gemeinsam zu einem sorgsamen Umgang mit Mobilfunktechnologie beizutragen. Wir verstehen unser Tun auch als demokratiepolitische Verpflichtung gegenüber unserer Gesellschaft: Denn zuerst kommt die Gesundheit – dann der Profit.
Wenn Sie diese Aufgabe als ebenso wichtig erachten wie wir, dann möchten wir sie gerne einladen, uns ganz nach Interesse und Möglichkeit zu unterstützen.

 

 

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